Der Start in das dritte Quartal und die zweite Jahreshälfte hat heute eine der größten regulatorischen Wellen des Jahres im EU-Handel ausgelöst. Mit fast 9.000 Maßnahmen, die heute in Kraft traten, und über 6.000 weiteren, die im Zolltarif erfasst wurden, ist der Tag von routinemäßigen, aber umfangreichen Erneuerungen geprägt. Wie in den letzten Tagen erwartet, betrifft der Großteil dieser Änderungen die Eröffnung neuer Perioden für Zollkontingente in Schlüsselindustrien wie Stahl und Landwirtschaft. Gleichzeitig wurden heute bedeutende Handelsschutzzölle auf eine breite Palette von Stahlerzeugnissen aus der Türkei wirksam.
Ein Tag des Übergangs: Das neue Halbjahr beginnt
Der 1. Juli ist traditionell einer der geschäftigsten Tage im regulatorischen Kalender der EU, und heute war keine Ausnahme. Die heutige Aktualisierung des TARIC war mit über 6.100 erfassten Änderungen massiv, von denen der überwiegende Teil die Eröffnung neuer Zollkontingentperioden für das am 1. Juli beginnende Halbjahr betrifft. Insgesamt traten heute fast 9.000 Maßnahmen in Kraft, was den erwarteten Übergang zum Quartalsende abschließt, der in den letzten Briefings angekündigt wurde. Die Aktivität konzentrierte sich stark auf Sektoren mit mengenmäßigen Beschränkungen, allen voran Stahl, aber auch auf zahlreiche Agrarprodukte.
Im Fokus: Stahlquoten und Zölle auf türkische Importe
Der Stahlsektor stand heute im Zentrum der Aufmerksamkeit. Tausende von Maßnahmen bezogen sich auf die Eröffnung der neuen Quartalskontingente im Rahmen der EU-Schutzmaßnahmen für Stahl, was die hohe Zahl der Änderungen in den Kapiteln 72 (Eisen und Stahl) und 73 (Waren aus Eisen oder Stahl) erklärt. Dies ist ein routinemäßiger administrativer Vorgang, der jedoch für alle Stahlimporteure von entscheidender Bedeutung ist.
Unabhängig von den Schutzmaßnahmen trat heute eine Reihe von zuvor angekündigten Handelsschutzzöllen auf bestimmte Flachwalzerzeugnisse aus Eisen oder Stahl (u.a. HS-Codes 7208 und 7210) aus der Türkei in Kraft. Die Zölle, die sich auf bis zu 11,0 % belaufen, wurden im Rahmen der Verordnungen R1100/21 und R1395/22 festgelegt und verschärfen die Einfuhrbedingungen für diese spezifischen türkischen Produkte.
Weitere wichtige Maßnahmen treten in Kraft
Neben dem Stahlsektor wurden auch für eine Vielzahl von Agrarprodukten neue Zollkontingente eröffnet. Die heutige Aktualisierung umfasste Hunderte von Maßnahmen für Obst und Nüsse (Kapitel 8), Fleisch (Kapitel 2) sowie Gemüse (Kapitel 7). Ein konkretes Beispiel ist die Aktivierung neuer zollfreier Kontingente für Bisonfleisch aus den Vereinigten Staaten (u.a. HS-Codes beginnend mit 0201), die heute wirksam wurden. Darüber hinaus wurden 185 Zollaussetzungen erfasst, die die Einfuhr bestimmter industrieller Vorprodukte erleichtern.
Was zu beachten ist
Nach der heutigen massiven Welle an regulatorischen Änderungen wird sich der Fokus der Marktteilnehmer in den kommenden Tagen und Wochen auf die Ausschöpfung der neu eröffneten Zollkontingente richten. Insbesondere bei den Stahl- und Agrarkontingenten werden die Nutzungsraten ein wichtiger Indikator für die Marktdynamik im dritten Quartal sein.