Die regulatorische Aktivität im EU-Handel konzentriert sich heute fast vollständig auf den Eisen- und Stahlsektor. Wie im gestrigen Briefing angekündigt, tritt heute ein umfangreiches Paket neuer Zollkontingente für kornorientiertes Elektrostahl aus China, Japan und Südkorea in Kraft, was die Importbedingungen in diesem strategischen Bereich neu ordnet. Parallel dazu wurden heute neue, definitive Antidumpingzölle auf Ferrosilicium aus China und Russland für Mitte November geladen, was eine zukünftige Verschärfung der Handelsbeschränkungen signalisiert. Mit fast 380 heute in Kraft tretenden Maßnahmen und über 250 neu geladenen Änderungen war es ein außergewöhnlich ereignisreicher Tag.

Die Themen

Der heutige Tag wird von einer Welle an Maßnahmen im Eisen- und Stahlsektor (Kapitel 72 und 73) dominiert, die sowohl sofortige als auch zukünftige Handelsströme betreffen. Die Aktivität ist zweigeteilt: Einerseits das Inkrafttreten einer großen Anzahl zuvor angekündigter Zollkontingente, die den Handel mit Elektrostahl neu regeln. Andererseits die Veröffentlichung neuer, zukünftiger Handelsschutzmaßnahmen, die den Markt für Ferrolegierungen weiter einschränken werden. Die schiere Menge an Änderungen unterstreicht die intensive regulatorische Steuerung des Stahlmarktes durch die EU.

Schlagzeilen

Die heute neu geladenen Maßnahmen blicken vor allem in die Zukunft, wobei eine bedeutende Handelsschutzmaßnahme im Mittelpunkt steht:

  • Zukünftige Antidumpingzölle auf Ferrosilicium: Die EU hat neue, definitive Antidumpingzölle auf Ferrosilicium (HS 7202) mit Ursprung in China und der Russischen Föderation angekündigt. Gemäß der Verordnung R1794/26 werden Zölle von bis zu 31,2 % für chinesische und 22,7 % für russische Importe gelten. Diese Maßnahmen werden am 18. November 2026 in Kraft treten und ersetzen bzw. ergänzen bestehende Regelungen.

Darüber hinaus wurden mehrere administrative Maßnahmen in Form von Informationsmitteilungen geladen. Diese betreffen die Registrierung von Importen verschiedener Cellulose-Produkte (Kapitel 39) aus China und Südkorea sowie von Stahlwaren (Kapitel 73) aus Thailand, Indien und der Türkei.

Inkrafttreten

Die bedeutendste Entwicklung des heutigen Tages ist das Inkrafttreten einer großen Anzahl von Maßnahmen, die bereits in den vergangenen Tagen geladen wurden:

  • Neue Zollkontingente für Elektrostahl: Wie im gestrigen Briefing angekündigt, ist heute ein umfangreiches Paket neuer Zollkontingente für kornorientiertes Elektrostahl (HS 722511) in Kraft getreten. Diese Maßnahmen betreffen Importe aus China, Japan und Südkorea. Sie funktionieren als Zollkontingente (Tariff-Rate Quotas, TRQs), die Importe bis zu einer bestimmten Menge zollfrei ermöglichen, während für darüber hinausgehende Mengen hohe spezifische Zölle von bis zu 3.100 EUR pro Tonne anfallen. Dies stellt eine erhebliche Neuregulierung der Importbedingungen für diesen hochspezialisierten Stahl dar.

Was zu beobachten ist

Mit dem heutigen Inkrafttreten der neuen Zollkontingente für Elektrostahl wird sich der Fokus der Importeure darauf richten, die verfügbaren Kontingentsmengen zu nutzen. Gleichzeitig haben sich Unternehmen, die Ferrosilicium aus China und Russland beziehen, auf die Einführung hoher Antidumpingzölle ab dem 18. November einzustellen. Als nächster kleinerer Termin steht der 1. Oktober an, an dem eine zuvor angekündigte Zollsenkung für Rohrzuckermelasse wirksam wird.

In Zahlen

Änderungsdatensätze nach Art Änderungsdatensätze nach Art 2026-09-25 · EU TARIC Neue Maßnahmen 193 Neue Anforderungen / Auflagen 36 Änderungen der Gültigkeit 15 Änderungen der Zollsätze 10 Auslaufende Maßnahmen 1 Jeder Datensatz ist eine eigene Änderung auf Maßnahmenebene, erfasst an diesem Tag. Änderungsdatensätze nach Kategorie Änderungsdatensätze nach Kategorie Welche Art von Regel sich geändert hat Handelsschutz (Antidumping/Antisubven… 156 Zollkontingente 95 Zölle 2 Einheitenänderungen 2 Handelsschutzaktivität nach Ursprung Handelsschutzaktivität nach Ursprung Warenpositionen, die von Antidumping-/Antisubventions-/Schutzmaßnahmen betroffen sind Thailand 15 Türkei 15 Indien 15 Alle Länder 13 China 6 Südkorea (Republik Korea) 3 Russische Föderation 3 Zählt eindeutige Warennummern je Ursprung, erfasst an diesem Tag. Am stärksten betroffene Warenkapitel Am stärksten betroffene Warenkapitel HS-Kapitel mit den meisten Änderungsdatensätzen Eisen und stahl 161 Waren aus eisen oder stahl 81 Kunststoffe und waren daraus 9 Zucker und zuckerwaren 4