Der heutige Tag im EU-Handel ist von einer außergewöhnlich großen Welle an Handelsschutzmaßnahmen geprägt. Ein massives Update mit über 5.200 Änderungen führte neue Antidumpingzölle von bis zu 67,4 % auf chinesisches Erbsenprotein ein, die rückwirkend zum 30. September in Kraft traten und Tausende von Datensätzen in den Lebensmittel- und Futtermittelsektoren generierten. Parallel dazu markiert der 1. Oktober den Beginn des neuen Quartals, an dem zuvor angekündigte Antidumpingmaßnahmen gegen Glasmikrokügelchen aus China wirksam werden und neue Zollkontingente für Rindfleisch aus mehreren Ländern eröffnet werden.
Die Themen
Nach mehreren Tagen administrativer Anpassungen kehrt die handelspolitische Substanz mit Wucht zurück. Der heutige Tag wird von zwei parallelen Entwicklungen bestimmt: einerseits einer massiven, rückwirkenden Einführung von Handelsschutzmaßnahmen und andererseits dem Inkrafttreten neuer Regelungen zum Quartalsbeginn.
Die überwältigende Mehrheit der über 5.200 heute geladenen Änderungen entfällt auf eine einzige, weitreichende Antidumpingmaßnahme gegen chinesische Importe, die bereits gestern wirksam wurde. Dies erklärt die außergewöhnlich hohe Zahl an Änderungen in Produktkapiteln wie „Rückstände der Lebensmittelindustrie“ (über 4.700 Änderungen) und „verschiedene Lebensmittelzubereitungen“ (400 Änderungen). Gleichzeitig treten heute, am 1. Oktober, fast 7.000 Maßnahmen in Kraft, was den Beginn eines neuen Regelungszeitraums für Zölle und Kontingente markiert.
Headline-Items
Im Mittelpunkt der heute veröffentlichten Änderungen steht eine bedeutende neue Handelsschutzmaßnahme:
- Antidumpingzölle auf Erbsenprotein aus China: Neue definitive Antidumpingzölle wurden auf Importe von Erbsenprotein mit hohem Proteingehalt (über 65 %) aus China eingeführt. Die Zölle, die im Rahmen der Verordnung R0916/26 festgelegt wurden, variieren je nach Exporteur und erreichen einen Spitzenwert von 67,400 %. Die Maßnahme, die eine breite Palette von Warennummern in den Kapiteln 21, 23 und 35 betrifft, trat rückwirkend zum 30. September 2026 in Kraft.
Inkrafttreten und Ausblick
Mit dem heutigen 1. Oktober treten mehrere zuvor angekündigte Maßnahmen in Kraft und neue Zollkontingentperioden beginnen:
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Antidumpingzölle auf Glasmikrokügelchen: Neue Antidumpingmaßnahmen gegen feste Glasmikrokügelchen („glass beads“) aus China treten heute in Kraft. Diese Zölle, die im Rahmen der Verordnung R2162/26 eingeführt wurden, betreffen Waren der Kapitel 7002 und 7018.
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Neue Zollkontingente für Rindfleisch: Zum Start des neuen Quartals wurden neue Zollkontingente mit einem Zollsatz von 0 % für Rindfleischimporte aus mehreren Ländern eröffnet, darunter die USA, Kanada, Argentinien, Australien, Neuseeland und Uruguay.
Was zu beobachten ist
Die Einführung hoher Zölle auf chinesisches Erbsenprotein stellt eine bedeutende Intervention im Markt für pflanzliche Proteine und Lebensmittelzutaten dar. Die Auswirkungen auf die Lieferketten und Preise in der europäischen Lebensmittelindustrie werden in den kommenden Monaten genau zu beobachten sein. Der heutige Stichtag markiert zudem den Beginn des vierten Quartals, sodass in den nächsten Tagen weitere routinemäßige Anpassungen von Zollkontingenten und anderen zeitlich begrenzten Maßnahmen zu erwarten sind.