Vor sechzig Jahren, am 5. Mai 1966, legte das Frachtschiff „Fairland“ nach zehn Tagen auf See im Bremer Überseehafen an. Es war am 26. April aus dem Hafen von Newark ausgelaufen. Innerhalb eines Arbeitstages wurden die 100 Container an Bord entladen – im Gegensatz zu den üblicherweise in Bremen benötigten mehreren Tagen. Da die Bremer Häfen noch nicht über die notwendigen Containerbrücke zum Umschlagen der „amerikanischen Kisten“ verfügten, mussten die bordeigenen Kräne der „Fairland“ eingesetzt werden. Innerhalb von 24 Stunden hatte Malcom McLeans Sea-Land Service, Inc., der Eigentümer der „Fairland“, die revolutionären Möglichkeiten der damals neuen Lager- und Transporttechnologie – des intermodalen Containers – eindrucksvoll demonstriert.

Das Sea-Land-Containerschiff Fairland 1966 im Bremer Überseehafen, an Deck gestapelte Sea-Land-Container, im Hintergrund die Hafenkräne am Kai.
Das Containerschiff Fairland 1966 in Bremen – eines der ersten, das intermodale Container in einem deutschen Hafen löschte.

Ein Jahr später wurde in Bremen der erste Containerbrücke gebaut, und der zuvor schleppende Übergang von der manuellen zur maschinellen Be- und Entladung beschleunigte sich rasant, da immer mehr Be- und Entladearbeiten mechanisiert wurden. Mit der Anpassung der Bremer Häfen an diese neue Technologie zogen auch die Import-Export-Unternehmen nach. Wer sich nicht an die kürzeren Umschlagzeiten im Welthandel anpassen konnte, ging unter.

Sechzig Jahre nach Beginn der modernen Containerisierung vollzieht sich ein neuer Strukturwandel in den Regulierungen und der Tarifarchitektur des Welthandels. Die Unternehmen, die dieses neue Umfeld erkennen und sich anpassen – so wie es die Bremer Hafenführung 1966 tat –, werden auch 2066 noch erfolgreich sein.